Wir verlassen das Hotel relativ früh und frühstücken in einem Café gleich nebenan an der Plaza Zabálburu.

Es gibt wieder Bocadillos und Café con Leche, was nicht unbedingt jeden glücklich macht (igitt – Weissmehl). Mich schon!

Dann geht es durch die berüchtigte Calle de San Francisco hinunter zur Altstadt.

Durch die Gassen finden wir schnell zum Baskischen Museums, dessen Besuch ungefähr zwei Stunden verschlingt.

Ich bin anschliessend so baskisch inokkuliert, dass ich mir sofort eine Boina (auf baskisch Tsxhapela – Chapeau?) kaufen will – jetzt sofort, auf der Stelle!

Kein Problem – schliesslich sind wir in Bilbao. Der Verkäufer erklärt mir alles ganz genau, das Material, das Aufsetzen und seine verschiedenen Stilrichtungen in verschiedenen Städten Spaniens, in Frankreich und in Italien.

Auch Silke versucht sich an einigen Modellen, die allerdings nicht wirklich bergtauglich sind. Ich hingegen erstehe Punkt 13:30 Uhr eine astreine Boina der Marke Gorostiaga für 19,60 Euro. Wie das aussieht wird man später sehen.

So ausgerüstet schauen wir uns ein Protestcamp der Indignadas mit Urbanem Garten an und überqueren den Fluss.

Wir informieren uns über Zugverbindungen nach Canfranc oder Jaca, aber der Bus ist eindeutig schneller.

Im Café Jardines in der Calle Inbanez de Bilbao essen wir hervorragend zu Mittag und trinken einen Wein.

Den Rest des Nachmittags verbringen wir im Guggenheim-Museum, vor dessen Eingang Jeff Koons‘ Puppy heute frisch rasiert in der prallen Sonne steht. Das schlechte Wetter hat sich offenbar verzogen.

Auf dem Rückweg kaufen wir ein kleines Paket bei der Post, um einen Teil unserer Kleider nach Girona zu schicken und kriegen uns wegen eines Barhockers heftig in die Haare.

Als könne man einen solchen Spieß nicht im Stehen essen – zumal als Pferd mit vier Beinen.

Als der Rauch sich verzogen hat, entdecken wir diese köstlich zersägten Sitzbänke. Hier hat mal wirklich einer was gedacht!

Nach einem belanglosen Brathuhn mit Salat gehen wir ins Hotel und packen unsere Rucksäcke und das Päckchen nach Girona.

Plötzlich wird mir bewusst, morgen geht es los. Ich verlasse die Zivilisation mit Txapela und Pferd und brummle nervös herum. Ein Brummbär und ein Hühpferd in der Wildnis. Oh Gott, das wird was werden.

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