Ein erstes Blizeln aus dem Biwakzelt und ich bin hellwach. Wo sind wir hier? Schönes Wetter? Nicht möglich!

Wie um alles in der Welt haben wir hier einen ebenen Platz gefunden? Ein paar Disteln, ok, aber sonst?

Der Blick von unserem Biwakplatz aus ist umwerfend. Schon dafür hat sich doch die Mitnahme des Zelts gelohnt, auch wenn ich das ungern zugebe.

Frühstück über den … allerdings aufsteigenden … Wolken. Was gab es eigentlich? Zerdrückte Madeleines mit kaltem Rotwein?

Schwupp ist der Nebel wieder da und beim Gehen durch Gras hat man das Gefühl bis zu den Knien im Wasser zu stehen.

Ich bin froh um die Mütze und finde, ich müsse dringend Baskisch lernen.

Auf der Wolle kondensiert der Morgentau. Ich bin also taufrisch.

Der Weg führt durch wahre Nebelwälder, ein bisschen bergauf, ein bisschen bergbab. Im Tal kläfft ein Hund.

Picknick im Nebel, mit Käsebaguette und spanischen Tomaten.

Und dann verlaufen wir uns in der schönsten Vegetation auf dem Enzianplateau. Es dauert fast eine Stunde, bis wir den Weg wieder finden.

Schliesslich taucht im Nebel die unbewirtschaftete Refuge de Larry auf.

Ich bin überrascht, wie sauber und gut ausgestattet die Hütte ist. Weit und breit kein Mensch zu sehen. Vor dem Haus ein Brunnen mit frischem Wasser.

Wir steigen östlich durch den Nebel bergauf. Man sieht nicht viel, aber der Weg ist ganz angenehm.

Der Col d’Ayous liegt völlig in den Wolken, aber plötzlich hören wir Stimmen.

Die zwei haben ein Maultier gemietet und wandern damit durch die Berge. Das Maultier scheint aber nur sein eigenes Futter zu tragen (es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist). Offenbar ist es nicht mehr weit.

Und tatsächlich, schon wenig später haben wir die erste Hütte unserer Tour erreicht und sitzen mit zwei Fotografen beim Abendessen. Es gibt Tütensuppe mit Brot, Pasta mit Rindfleisch und Käse und zum Nachtisch Apfelmus mit einem Keks.

Das Essen ist nicht besonders, aber die Aussicht auf den Pic du Midi vielversprechend.

Die Wolken ändern sich jede Minute und gegen 21 Uhr fallen sie plötzlich ins Tal.

Wow. Morgen gibt es erstmal einen Ruhetag ohne Rucksack, denn wir sind noch nicht so richtig warmgelaufen.

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