Aufwachen! Es ist schönes Wetter. Weg hier!

Schnell noch ein bisschen Salami und Käse auf dem Markt kaufen. Sogar ein Karusell gibt es hier.

Die Wolken sind tatsächlich weg. Los jetzt per Autostopp zur Pont d’Espagne … nach 15 Minuten nimmt uns eine nette Französin mit, die auf Besuch in der Heimat ist und wandern gehen will.

Eine Gondel und ein Sessellift für 6 Euro pro Person (sorry, aber ich steige nicht zu Fuß unter einer Seilbahn den Berg hoch) sparen uns ein paar anstrengende und langweilige Höhenmeter.

Eine halbe Stunde waagrecht zum Lac de Gaube gehen und schwupp, ist die Welt wieder in Ordnung.

Der Aufstieg von hier zur Refuge des Oulettes de Gaube, unserem unehrgeizigen Tagesziel, ist lang aber nicht sehr steil und wunderschön.

Bald kommt der Vignemale in Sicht, der oft in Wolken verborgen bleibt. Heute haben wir wirklich Glück.

Der Anblick der riesigen Nordwand mit ihren Gletscherresten, die ständig hausgrosse Eisbrocken ins Tal werfen, ist ziemlich beeindruckend.

Die Refuge des Oulettes de Gaube ist dagegen so herb, dass ich sogar vergesse, sie zu fotografieren.

Trotz einer erheblichen Frühjahrsmüdigkeit beschliessen wir anlässlich der Unfreundlichkeit des Hüttenteams (Es gibt nur einen kalten Pfannkuchen für 3 Euro? Ah, weil es 16 Uhr ist?) … tschüss … zur Refuge de Baysselance weiterzusteigen.

Eigentlich etwas irrsinnig, so spät. Wir sind erst mittags in Cauterets aufgebrochen und die Sonne spielt schon mit dem Gedanken unterzugehen.

Aber der Anblick des Vignemale in diesem Licht (oder ist es der gutaussehende Parkhüter im Antonia Banderas-Look) lässt einen der Anstrengung entrücken. Oder wie soll man sonst sagen?

Auf einem Foto gar nicht darstellbar, wie winzig man daneben wird. Auch wenn das nicht die Eiger Nordwand ist, es ist trotzdem sehr beeindruckend.

Über Schneefelder steigen wir steil, aber unschwierig in Richtung Col.

Oben lernen wir zwei Spanier und einen Argentinier kennen, die von der Spanischen Seite erzählen.

Wir steigen ungern von diesem schönen Pass ab, in Richtung Refuge, aber es wird bald dunkel werden. Irgendwo hier geht auch der Sonnenhut spazieren, nur in eine andere Richtung als wir. Vielleicht hat er eine Sonnenbrille getroffen und sich verliebt. 🙂

Plötzlich sieht man die Hütte, vor einem unglaublichen Bergpanorama. Ich glaube nicht, so etwas schon einmal gesehen zu haben (außer eben hier alle zwei Tage).

In der Nähe der Refuge gibt es überall gut Biwakplätze mit spektakulärem Blick auf die oberen Etagen des Cirque de Gavarnie.

Und frisches Wasser, so klar, als sei es eine Fotomontage.

Allen scheint es hier gut zu schmecken, aber Platz zum Schlafen gibt es keinen mehr.

Wir bauen schnell das Zelt auf und gehen dann sofort essen, sonst gibt es nichts mehr.

Wer soll diese Fleischberge essen? Mit Reis und Suppe und Käse und Kuchen und Wein … hilfe! Und sehr lecker.

Ein Blick zurück aus dem Zelt zur Vignemale … gute Nacht.

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