Am Morgen ist wunderbares Wetter. Nach dem Frühstück um 7:30 Uhr brechen wir für unsere Verhältnisse ziemlich früh in Richtung Horquette d’Alans auf.

Der Blick zurück ist ungeheuerlich. Wie ist es möglich, eine Hütte an einem so exponierten Ort zu bauen und trotzdem ist kein Mensch hier?

Zuerst müssen wir wieder die gefährlichen Kuhherden auf sanften Wiesen durchqueren, was gut ist, denn schon jetzt ist die Sonne recht warm.

Erst im Schatten wird der Weg steiler, wobei es sehr angenehm ist, durch die frische Morgenluft zu steigen.

Und besagte Mikrowelten faszinieren uns auch hier auf Schritt und Tritt. Ich hatte einen Steingarten immer für etwas Spießiges gehalten, aber die Steingärten hier beleuchten dieses Thema aus einer neuen Perspektive.

Endlich erreichen wir den Pass zum Cirque d’Estaube und gönnen uns eine kleine Rast im Schatten.

Ein Blick hinüber zur Puerto de Lera oder Port Neuf de Pinède sieht gar nicht so weit aus … durchs Teleobjektiv.

In der Realität ein ganz schön weiter Weg, zumal wir für den ersten Abstieg die Abkürzung rechts durchs Geröll wählen, was sich als tückischer Balanceakt erweist.

Auch dieses Ölsardinenbrötchen trägt wenig zum Aufstieg bei.

Beim nun folgenden Anstieg liegt es mir so schwer im Magen, dass ich mich wie ein U-Boot fühle. Böööh.

Vielleicht ist es Dehydrierung. Ich habe solchen Durst, dass ich den Schnee am Wegrand schmelze, um einen Becher kaltes Wasser zu bekommen.

Der Pass und somit die rettende Grenze nach Spanien rücken näher und näher – im Schneckentempo.

Endlich oben! Freudige Überraschung: ein Schwindel-erregender Abgrund. Schluck! Da müssen wir runter.

Luft holen und los! Gottseidank sehen die Abgründe von oben abgründiger aus, als von unten.

Bald wird die Nordwand des Monte Perdido sichtbar und man ahnt die Kälte ihrer Gletscherreste.

Der Weg wird flacher und bald erreichen wir eine Wiese und haben das wohlige „Geschafft“-Gefühl.

Ein spöttischer Blick zurück. Ätsch! Besiegt! Du blöde Schutthalde!

Aber das Empire schlägt zurück. Es ist nur eine Hochwiese. Ein Balkönchen über der endlosen Tiefe des Valle de Pineta. Stöhn.

Erst nach einer schier endlosen Kletterei erreichen wir den Talgrund und nehmen erstmal ein Bad in einem herrlichen Gumpen im Fluß, direkt unter dem Wasserfall.

Dann geht es weiter durch einen Doldenblütlerurwald. Was ist das? Möhren? Kerbel? Es riecht wunderbar und man möchte reinbeißen.

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