Früh morgens verlassen wir das Hostal Mundial um zu frühstücken.

Ich bin nicht sicher, seit wann man Croissant mit Messer und Gabel frühstückt, aber irgend einen Grund wird es schon geben.


Auch die Männer auf dem merkwürdigen Betonwachturm gucken ganz misstrauisch.

Wir besuchen erstmal die Catedral Nueva de Lérida, also die mit den Störchen auf dem Dach.


Die genaue Geschichte um Francesc Castelló Aleu bleibt uns etwas schleierhaft, aber die Seligsprechung durch den Papst im Jahr 2001 nicht als politische Aussage zu verstehen, ist schwierig.

Wir wenden uns den weltlichen Aspekten von Lleida und trinken erst einmal einen Schluck Wasser.

Vielleicht doch die Wiedergeburt?

Wir wandern durch herrliche Häuserschluchten zur Paeria de Lleida, dem Sitz des Rathauses.

In deren Keller ist eine archäologische Ausgrabungsstätte, mit Grundmauern der Stadt aus der Römerzeit.

Aber auch das Foyer aus zeitgenössischen Jahrhunderten ist sehr hübsch anzusehen.

Doch genug. Bald ist Siesta und vorher gehen wir shoppen. Ich bin nicht sicher, ob Silke einen Kaufrausch oder ein Tangofieber hat – wahrscheinlich beides.

Die Verkäuferin und eine Kundin empfehlen uns ein Restaurant ganz in der Nähe zum Mittagessen. Wie üblich nehmen wir das Menue für 11 Euro. Ich beginne mit einem gesunden Salat …

… gefolgt von einem nicht so gesunden Schitzel …

… und einem gar nicht so gesunden … was ist denn das überhaupt? … Apfeltörtchen mit Sahne.

Na was soll es? Lieber lebe ich mich tot, als dass ich das ganze Leben tot bin.

Ein Verdauungsspaziergang mit diesem Aufzug wird uns gut tun.

Was für ein eigenartiges Gebäude. Langsam erfahren wir mehr: Kirche, Kloster und Festung.

Erst mal hinkommen. Über diese Brücke, die mit Moiré-Ringen nur so geschmückt ist.

Dann wieder durch das nächtliche Tor, nur diesmal am Tage.

Wobei der Kaiser trödelt. Kein Wunder, mit einer Tüte voller neuer Kleider.

Ein gewaltiges Gebäude, die ehemalige Kathedrale Seus Vella.

Und ein Blick über den Tellerrand einer Bergtour hinaus.

Ein phantastischer gotischer Kreuzgang. Einer der größten in Europa, sowaeit ich mich erinnern kann.

Es dauert ein bisschen, bevor einem die Dimensionen so richtig klar werden.

Besonders in der Vertikalen, beim Aufstieg auf den Turm.

Gott sei Dank gibt es Schilder, die für Aufklärung sorgen.

Und Glocken, die einem das letzte Stündlein schlagen.


Und eine Aussicht zu den Pyrenäen, dort hinten am Horizont, ganz klein. Dort irgendwo gehen Thierry und Peter und Viktor dem Mittelmeer entgegen. Seufz.

Eine schöne Stadt, obwohl es sehr heiß heute ist.

Wir steigen wieder in die Tiefe, die glücklicherweise nicht sichtbar ist, denn im Gegensatz zur Sagrada Familia hat diese Treppe eine Seele.

Was es hier alles zu sehen gibt. Eine uralte Orgel – Hunderte von Jahren alt.

Ein Wandersmann im Spiegel.

Wir schauen uns noch in aller Ruhe ein schrecklich langweiliges Museum an …

… bis beim Lösen des Tickets für den Aufzug unser Blick plötzlich auf die aufgedruckte Uhrzeit fällt: WAAAS, SCHON SOO SPÄT???

Silke galoppiert in Überschallgeschwindigkeit zum Busbahnhof und ich wütend hinterdrein.


Zu spät. Der letzte Bus nach Girona ist weg. Wir gehen also zurück zum Hostal und harren bangend der Dinge, denn alle Zimmer sind offenbar belegt. Dann kommt der Chef, erkennt uns wieder … und das Problem ist gelöst. Sind wir wirklich so nette Leute?

Das Zimmer ist sensationell. Eine Suite mit Balkon zum Platz … zum selben Preis wie letzte Nacht.

Wir holen uns ein Abendessen aus dem Supermarkt und biwakieren im Hotel – wie in Cauterets, mit Roter Beete.

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