Als wir früh morgens (naja, so gegen 10 Uhr) in der wunderschönen Wohnung von Dankmute und Joan erwachen, sind schon alle ausgeflogen. Wir kochen Kaffee, frühstücken ein Marmeladenbrot und machen uns auf den Weg zum nahen Busbahnhof.

Von dort fahren wir nach Besalú, wo wir gegen Mittag ankommen und direkt an der Fonda Sigues aussteigen.

Was tun in der Mittagshitze? Am besten, wir gehen erstmal in die Kirche, die aber leider gerade schliesst. Warum schliessen Kirchen eigentlich? Macht Gott Mittagspause?

Die Plaza de San Pedro ist mir fast ein bisschen zu sehr aufgehübscht und keines der Restaurants will uns so richtig gefallen.

Das Miniaturenmuseum scheint ganz interessant zu sein, aber irgendwie haben wir keine Lust.

Die Miniatur im Foyer zeigt Pinocchio in der Werkstatt seines Vaters Gepetto. Das ist wirklich winzig, aber was hat es mit La Garrotxa zu tun?

Statt dessen machen wir einen Spaziergang durch die Gärten rund um die kleine Stadt.

Man kann sich gut vorstellen, wie die Mönche und Bauern hier an der schützenden Stadtmauer früher Gemüse aus der neuen Welt kultiviert und an europäische Bedingungen herangezüchtet haben.

Wir halten die Füße ein bisschen ins kalte Wasser, was ziemlich angenehm ist bei der Hitze.

Dann spazieren wir weiter, rund um die halbe Stadt herum. Die Schilder am Wegesrand wirken etwas an den Haaren herbei geholt. Ein Trimm-dich-Pfad … vermutlich ein EU-Projekt für strukturschwache Regionen.

Ob hier je einer einen Dauerlauf macht? Ich glaube, es ist einfach viel zu heiss.

Wir gehen zurück durch die Stadt und bewundern das eine oder andere Haus, das zu verkaufen ist.

Dann noch die Brücke von oben, aber so richtige Begeisterung will nicht aufkommen.

Es gibt ein paar ziemlich merkwürdige Sitzgelegenheiten hier im Ort – man muss genau hingucken, um sie zu sehen.

Andere sind leichter zu sehen, aber auch nicht bequemer. Vermutlich auch ein EU-Projekt.

Dann reicht es uns und wir nehmen den Bus nach Castellfollit de la Roca, einem kleinen Ort hoch auf einem Felsen.

Wir steigen im Ort aus und fotografieren den Busfahrplan. Besser man hat ihn.

Dann gehen wir wundervoll essen, im Ca la Paula, wo es nicht nur hervorragende regionale Küche, sondern auch Hotelzimmer gibt. Silke isst Fisch.

Und ich Lamm in einer sehr leckeren Sauce. Der Wein dazu ist wie immer inklusive.

Besonders amüsant finden wir die Toilettenschilder, wobei ich sie vermutlich nicht alleine gefunden hätte. 🙂

Wir brechen auf in den Ort. Schnell noch ein kleines Selbstportrait im Spiegel, ein Fimmel den ich vor Jahren begonnen habe.

Die Stadt ist verwinkelt und liegt auf einem hohen Felsen.

Man sieht nicht weit, hat aber das Gefühl, jedes zweite Haus sei zu verkaufen.

Am Ende des Dorfes ist ein kleines Café vor einer Kirche, die zur Kunstgalerie umfunktioniert wurde.

Wir schauen eine kostenlose Ausstellung an und besteigen den Turm, auf dessen Spitze die katalonische Flagge weht.

Eine spanische Flagge weht hier nicht.

Man kann von hier oben auf das ganze Dorf hinunter sehen.

Und man fragt sich, ob einem, wenn der Fels unter dem Haus zusammenbricht, das darunter gelegene Talgrundstück gehört.

Ich bin nicht sicher, ob ich hier ruhig schlafen könnte.

Die Umgebung des Dorfes ist traumhaft. Hier wachsen Mispeln (Nisperos), die unglaublich süß und reif sind.

Diese Blümchen hier sind so groß, dass es sich eigentlich nur um Artischocken handeln kann.

Daneben kiloweise Mirabellen.

Wir steigen auf einer Steintreppe steil nach unten, was ohne die Bergstiefel und mit Flipflops garnicht so einfach ist. Ein ungewöhnlicher Anblick, das Dorf dort oben.

Wieder ist hier alles voll von interessanten Gärten und kleinen Äckern.

Ein gemütlicher Ort, in dem offenbar sehr gut gegessen wird.

Was dieser Esel über uns denkt, kann ich mir denken (Was sind denn das für Esel?)

Ich muss an das seltsame Eselrennen von Gavarnie denken. Wir müssen bald wieder in die Berge, oder?

Was für ein sonderbarer Ort.

Wir kaufen noch Muffins für die Kinder.

Wobei mir das Wasser im Munde zusammenläuft. Die Backwaren erinnern mich an Coyoacan.

Anschliessend gehen wir ins Wurstmuseum und kaufen einige Fuets. Clara würde das sicher gefallen hier.

Wir fahren zurück nach Girona und ich frage mich, wie man die Garrotxa am besten erkunden könnte … ein anderes Mal.

Inzwischen sind wir tatsächlich wieder hungrig – oder bildet man sich das ein?

Joan und Dankmute zeigen uns ein großartiges Restaurant in der Nähe der Kathedrale.

Wie kann man sich nur so ähnlich sehen?

Das Essen dort ist einfach sagenhaft, aber wenn ich so weiter fresse, dann war die ganze Tour umsonst (und muss folglich wiederholt werden).

El Cau del Llop heisst der Laden. Hervorragend und absolut zu empfehlen. Normale Preise.

Und mit einer denkwürdigen Toilette, die ein schwer zu lösendes Geheimnis birgt.

Wir spazieren zurück durch die Stadt nach hause.

Und wir denken dabei traurig an morgen, denn morgen geht es zurück nach München. 😦

Kein Wunder, dass wir noch ein bisschen trödeln und reden.

Anschließend gehen wir noch in den Garten der Mercé, reden über alte Zeiten, streiten über die deutsche Wiedervereinigung und genießen ein Cocktail zwischen Kerzen.

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