Autobuses La Union (ALU) nach Pamplona fahren ungefähr alle zwei Stunden.

Wir entschliessen uns für den Bus um 10 Uhr und während Silke das Päckchen(4.400 g) zur Post bringt, trage ich die Rucksäcke zum Busterminal. Unterwegs frühstücke ich ein süßes Croissant im Gehen. Eine Fahrkarte für die stark 150 km kostet 13,45 Euro pro Person – und wieder muss ich an die Fahrkarte zum Münchner Flughafen denken.

Knapp zwei Stunden später kommen wir in Pamplona an, in einem kühlen Busterminal unter der Erde.

Zunächst besorgen wir Tickets für die Weiterfahrt nach Jaca. Der ALOSA Bus fährt um 15:15 Uhr. Das Tickt kostet 7,20 Euro. Uns bleiben ungefähr drei Stunden.

Wir schließen für 3 Euro die Rucksäcke in ein Schließfach und joggen los.

Eine wunderschöne Stadt, wenngleich recht touristisch. Wir kaufen für 1 Euro eine Blechtasse und noch einen Sonnenhut. Die Tasse wird wohl unser nützlichstes Gepäckstück werden in den kommenden Tagen. Der Sonnenhut wie immer flüchtig.

Es gibt hier alles. Vom Orginal Münchner Oktoberfest …

… bis zum schönen Frontón Labrit.

Hier spielen die Basken ihr berühmtes Nationalspiel Pelota. Tucholsky schreibt dazu:

La Pelote ist für den Basken, was für den deutschen Stammtischler der Skat, für den Spanier der Stierkampf, für den Franzosen das ManilleSpiel: Leibund Magenzweck seines Hierseins. »Man sollte die Basken in einem Turm bei Silber und Gold konservieren!« sagte eines Tages ein Bewunderer des Landes. »Ja«, erwiderte ein Baske. »Aber es muß ein Pelotenspiel im Turm geben!« Ein Ballspiel – aber was für eins!

Im kleinsten Dorf steht ›le fronton‹: eine viereckige graue Steinmauer, sie steht frei, oben ist sie zierlich geschwungen, davor ein freier Platz. Auf dem springen die Spieler umher, die ›pelotari‹, sie schlagen, entweder mit der Faust oder mit der chistéra, einem schnabelartigen, gehöhlten Schläger, den kleinen steinharten Ball an die Mauer, von der er mit scharfer Wucht zurückspringt. Es spielen vier oder sechs Mann: zwei oder drei auf jeder Partei. Es wird abwechselnd geschlagen: Partei A gibt, der Ball springt zurück, Partei B hat ihn aufzufangen und zurückzuschleudern, wiederum A und so weiter. Die Schärfe, mit der sie schlagen, wird nur noch von der Behendigkeit übertroffen, mit der sie den kleinen, fliegenden, grauen Punkt auffangen und zurückschleudern. Die Anstrengung für den ganzen Körper ist sehr groß: das Spiel ist Tanz, Sport, Athletik und Kopfarbeit in einem. Eine Pelote –? Hin. (Kurt Tucholsky, Ein Pyrenäenbuch)

Leider findet gerade kein Spiel statt, aber die Halle ist offen und kann besichtigt werden.

Die Kathedrale ist stattdessen leider zu – wegen Renovierung.

Dies hat den erfreulichen Nebeneffekt, dass ich was zu Essen kriege. Ein Menu del Dia inklusive einer kompletten Flasche Wein für 9.50 Euro. Wir können es nicht fassen. Selbst der Nachtisch ist lecker.

Schliesslich sind unsere drei Stunden aufgebraucht. Am Kulturzentrum vorbei zurück zum Busterminal und rein in den Bus.

Ab in den Bus, Augen zu und schlafen.

Um 17:30 Uhr erreichen wir Jaca. Es ist warm und sieht nach Gewittern aus. Der Bus fährt erst in eineinhalb Stunden.

Autostopp? Das habe ich ja seit 30 Jahren nicht mehr gemacht. Das klappt doch nie … nach 5 Minuten sind wir weg.

Ein kurzer Zwischenstopp kurz vor Canfranc …

… und eine halbe Stunde später erreichen wir Canfranc Estacion.

Wir bestaunen den in der Tat überwältigenden Bahnhof und machen ein paar Fotos (Flickr).

Eine halbe Stunde später bringt ein Zug die anderen Fahrgäste aus dem Bus, die nicht schlecht staunen, warum wir schon da sind.

Wir kaufen noch ein bisschen ein – so ein paar Kilo – und warten dann auf den Bus.

Für einen Euro geht es hoch in die Berge, die schon im Abendlicht stehen und mich etwas sorgen.

Als wir am Col du Somport aussteigen ist es nebelig und die Sonne beginnt unterzugehen. Ich bin gespannt, wo wir heute noch übernachten können – da Abenteuer kann beginnen.

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